Bei Filmen mit Dwayne Johnson zuckt man immer zurück und fragt sich, ob man die wirklich sehen möchte. Schaut man sich dann doch einmal einen seiner meist sehr aufwendigen Filme an, dann sind sie meistens mehr als in Ordnung. In der HBO-Serie Ballers spielt Dwayne Johnson den ehemaligen Footballspieler Spencer Strasmore, der nach einer schweren Knieverletzung seine Karriere aufgeben musste. Mit einem Partner, der ihn in eine Vermögensverwaltungsfirma holt, machen die beiden sich auf, junge Footballplayer mit ihren irrsinnig hohen Spielerverträgen an ihre Firma zu binden. Dwayne Johnson spielt, wie in seinen Spielfilmen, den Big Daddy, der auf Grund seiner Vergangenheit den Ton der Spieler trifft und ihnen hilft ihr Leben auf die Reihe zu bringen. Die Spieler verhalten sich wie eine Kinderbande, die aufgrund ihres sportlichen Talents unsäglich viel Geld in die Finger bekommen hat und damit eigentlich nur Unsinn anstellt. Das Geld schafft einen anarchischen Raum in dem alles möglich ist und wo keine Regeln mehr zu gelten scheinen. Dass dem nicht so ist, wird einigen Spielern erst klar, nachdem es zu spät ist.
Da die von Dwayne Johnson gespielte Figur nicht sehr widersprüchlich angelegt ist (sieht man einmal von seinen Ängsten und Schuldgefühlen ab), sind die Spielerfiguren und ihre absurden, destruktiven Aktionen sehr wichtig für das gesamte Erzählkonzept. Spencer Strasmore möchte seine Spieler davor bewahren, das gesamte Geld zu verschleudern wie er es selber in seiner Spielerkarriere gemacht hat. Er und die Spieler sind im Prinzip alle nette Jungs, die selbstverschuldet in eine ausweglose Situationen geraten sind, aus denen sie alleine nicht mehr herauskommen. Die Handlungslinien der Spieler bekommen dadurch eine enorme Wichtigkeit, allen voran die Geschichte um den Spieler Ricky Jerret, der unwissentlich mit der Mutter eines Spielers eine Affäre hat und dadurch in Teufels Küche kommt. Die Widersprüchlichkeit ist nicht in den Figuren angelegt, sondern in ihren Handlungen und ihren Reaktionen. Dass das so gut funktioniert, liegt daran, dass man es hier im Prinzip mit einer Familienserie zu tun hat. Dwayne Johnson ist eine Vaterfigur, der seine Rasselbande, die zu viel Geld und zu viel Unsinn im Kopf hat, unter seine Fittiche nimmt. Aber gelingen kann dies nur, indem er sie ernst nimmt und eine respektvolle, vernünftige Beziehung zu ihnen aufbaut. Und da bewegt sich die Serie in ihren besten Momenten weg von der reinen Komödie hin zum ernsthaften Drama. Man fragt sich als Zuschauer mehr als einmal, wie realistisch die Welt der Footballspieler dargestellt ist. Und man ahnt, dass sie möglicherweise ziemlich nahe an der Wirklichkeit liegt.