Serie „Empire“ Staffel 2

Aus dramaturgischer Sicht ist die 2. Staffel von Empire langweilig. Cookie Lyon versucht ein Konkurrenzunternehmen zu Lucious Lyons Empire aufzubauen und versucht ständig einen Keil zwischen ihren Söhnen und ihrem Vater zu treiben. Schizophrener Weise macht sie dies alles zum Wohle der Familie. Die Serie ist bestimmt durch die Streitereien der Eltern und der Söhne, die um die Macht bei Empire streiten und auch fast alle einmal auf dem Posten des Geschäftsführers landen. Obwohl die Serie vorgibt die Geschichte einer Familie zu erzählen, werden keine weiterführenden Beziehungen der Figuren untereinander entwickelt, sondern lediglich ein erbarmungsloser Konkurrenzkampf innerhalb einer Familie dargestellt. Auch alle drei Brüder verfolgen ausnahmslos ihre Einzelinteressen ohne längere Bindungen einzugehen. Hakeems Heiratswünsche werden in den Familienstreitigkeiten zermahlen ohne dass er daraus eine Konsequenz ziehen würde. Der Unterschied zwischen Streitereien und den fehlenden inneren Konflikten wird in dieser Serie überdeutlich. Die Behauptung, es gehe um die Familie, verschleiert den zynischen Egoismus von Lucious, Cookie und ihren drei Söhnen. Die Persönlichkeiten von allen Figuren sind relativ eindimensional angelegt, es entwickeln sich keine nennenswerte Beziehungen zwischen den Figuren, es gibt keine inneren Konflikte oder Wandlungen und unter der Prämisse, gute Musik zu machen oder aber, es gehe darum die Familie zusammenzuhalten, wird jede dumme Handlung der Figuren legitimiert. Da die Aktionen keine Konsequenzen auf die Persönlichkeit der Figuren haben, wirken sie beliebig und austauschbar. Was die Serie sehenswert macht, ist die Art und Weise, wie die Streitereien und Konkurrenzkämpfe in Musik umgewandelt und inszeniert werden. Der kreative Prozess rechtfertigt jedes Mittel. Herausragend sind die schauspielerischen Leistungen von Terence Howard und Taraji P. Henson. Am Ende der 2. Staffel wird angedeutet, dass es für die Brüder langsam Zeit wird sich von ihrem Vater und Empire abzunabeln. Man kann nur hoffen.

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