Serie „Agent Carter“

Die Serie Agent Carter kommt aus dem Umfeld der Superheroserien von Marvel. Obwohl Peggy Carter im 2. Weltkrieg an der Seite von Captain America gekämpft hat, wird sie nach dem Krieg von ihren männlichen Kollegen in der geheimen Behörde SSR nicht als vollwertige Agentin akzeptiert und immer zum Kaffee-Holen oder Akten-Ablegen geschickt. Als die geheimen Erfindungen des genialen Howard Stark gestohlen und auf dem Schwarzmarkt auftauchen, wird er von der Regierung wegen des Verdachts auf Landesverrat auf die Fahndungslisten gesetzt. Howard Stark bittet Agent Carter um Hilfe und macht sie gewissermaßen zur Spionin in ihrer eigenen Behörde. Peggy Carter ermittelt im Geheimen neben ihren ignoranten Kollegen und gibt ihrem Vorgesetzen anonyme Hinweise, was zum Tod eines Kollegen führt. Durch diesen Kniff in der Erzählkonstruktion, hinter dem Rücken ihrer Behörde für eine private Person zu ermitteln, wird die Eindimensionalität ihrer Persönlichkeit – sie ist die Gute – aufgelöst und das Kriterium der „Widersprüchlichkeit der Hauptfigur“ auf ihre Rolle als Agentin verschoben. Die aufwendige Ausstattung der Serie, die im Jahre 1946 spielt, sowie die leichtfüßig ironische Geschichte einer Frau, die ihren männlichen Kollegen weit überlegen ist, macht Agent Carter zu einem sehr vergnüglichen Erlebnis.

In der 2. Staffel funktioniert die Filmdramaturgie dann nicht mehr so gut. Die Fronten sind geklärt und die Figuren sind weitgehend eindimensional angelegt. Peggy Carter wird nach Hollywood versetzt und muss dort gegen eine verrückte Wissenschaftler und korrupte Vorgesetzte kämpfen. Es geht um die Entdeckung von Nullmaterie, die Energie absorbieren kann und einen mit Nullmaterie infizierten Menschen ungeheure Macht verleiht. Immerhin muss Agent Carter nicht mehr allein gegen das Böse kämpfen, sondern schart eine ganze Reihe von charmanten Helfern um sich. Alles ist sehr aufwendig mit einem Schuss Ironie vergnüglich inszeniert. Nur Spannung mag nicht mehr so recht aufkommen, da jegliche Widersprüchlichkeit bei den Figuren oder den Handlungssträngen aufgegeben worden ist.

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